28.02.2011
24.02.2011
Taube & Täubin
Ich beobachte eine Taubenvergewaltigung in der Linde vor meinem Fenster. Er müht sich redlich, sie scheint echt nicht zu wollen.
Sollte ich einschreiten? Ziert sie sich vielleicht nur? Oder will sie wirklich nicht? Ist das meine Möglichkeit Zivilcourage zu beweisen?
Hören Tauben eigentlich was? Die heißen doch nicht umsonst so, oder? Also, wenn ich jetzt das Fenster aufreiße und den Taubenmann anschreie, hört der mich? Oder sollte ich was werfen? Was werfe ich denn dann? Alles was um mich herum liegt, brauche ich noch. Ich mag dann nicht vier Stockwerke runter laufen, um das wieder einzusammeln. Das ist auch nicht nur weit zum laufen, auch zum werfen. Das sind sicher 10 Meter, kann ich soweit werfen? Und wenn ja, immer noch die Frage was?
Zu spät, zu lange gezögert. Sie fliegen weiter und sorgen anderswo für öffentliches Ärgernis. Die ziert sich sicherlich nur, die will das doch auch.
21.02.2011
17.02.2011
Teeei
Beim Frühstück beschwer ich mich über das Teeei, das immer ein bisschen Tee verliert und der dann in meiner Tasse schwimmt. Meine Freundin meint, es macht doch seine Arbeit, der größte Teil bliebe ja drin.
Was ist das denn für eine Arbeitseinstellung, der größte Teil wird gemacht und der Rest?
Wenn ich so arbeiten würde - ich arbeite manchmal, selten so, aber das tut hier wirklich nichts zur Sache - käme ich nicht sehr weit. Gut, das Teeei kommt aus meiner Sicht auch nicht weit, es pendelt zwischen Kanne und Spüle. Aber für ein Teeei ist das eine ganz schön steile Karriere. Und es gibt Millionen verlässlicher Teebeutel die nur einmal für Minuten an seiner Stelle sein wöllten. Dann läge das Teeei auf nimmer Wiedersehen im Schrank. Dieser schmale Grat scheint dem Teeei nicht bewusst zu sein. Anders kann ich mir die lasche Arbeitseinstellung nicht erklären.
11.02.2011
Textil
"Das ist ja Textil!" die Köpfe der Wartenden in der Therme schossen rum und schauten meine Freundin an. Und ich dachte, guter Witz, den muss ich unbedingt bringen, wenn ich mal wieder in einem Schwimmbad bin.
Sie meinte es ernst. In ihrer heimatlichen Erdinger Therme sind wohl große Bereiche FKK.
04.02.2011
Blink
Am WLAN-Router im Büro meines Bruder blinkte ein Lämpchen rot und sein Internet war wirklich langsam. Er ging auf die Website der Telekom und wollte das melden. Da er nach gefühlten 20-maliger Eingabe den Code nicht richtig hatte, rief er an. Die Dame war so nett, nahm sein Problem auf und sorgte auch dafür das er für fünf Euro mehr im Monat schnelleres Internet hat. Dann bekam er eine Mail, die ihm sagte, dass der Spezialist sich um sein rot blinkendes Problem kümmert. Er freute sich, gleichzeitig kam die Frage auf, was das wohl für eine Art von Spezialist wäre.
Ein paar Tage später, Status: rot blinkend und ein sich kümmernder Spezialist, suggerierte ihm die Telekom die Möglichkeit, den Spezialisten kennen zu lernen. Denn das Problem, so verstand er, war nur bei ihm im Büro lösbar. Sie schlugen einen Termin vor. Mein Bruder schlug diesen aus. Grund dafür war die Ordnung in seinem Büro. Er musste überraschend vor zwei Jahren aus seinem alten Büro in das jetzige umziehen, sitzt da alleine und hat kein Publikumsverkehr und genau so sieht es aus. Als hätte jemand alles fallen gelassen und nur manche Ordner haben sich ihren Weg alleine in die vereinzelt rumstehenden Regale erkämpft.
Daher fuhr er zu Ikea, kaufte Regale, schleppte die ins Büro und fing an zu ordnen, lochen, ab zuheften, einzuräumen und verursachte viel Müll. Das zog sich. Ich machte mich lustig, ob er den Spezialisten dann auch mit Blümchen, Kuchen und Willkommensbanner begrüßen würde.
Als er das geschafft hatte, machte er mit der Telekom einen neuen Termin aus, den er wieder verlegen musste, weil andere Termine wichtiger waren. Aber Freitag 13 Uhr sollte das Treffen mit DEM Spezialisten sein. Der vorherige Termin ging zu lang, er war knapp dran, aber kurz nach 13 Uhr war er abgehetzt im Büro, räumte noch schnell den Anschluss frei und wartete. Währenddessen checkte er seinen Posteingang, fand eine Mail von der Telekom vor und dachte schon das er seinen Spezialisten, für den er soviel getan hatte, verpasst hätte. Nein, sie teilten ihm nur mit, das sein Problem am Verteiler im Keller behoben werden konnte.
Sein Router leuchtete überall grün.
01.02.2011
TV schafft die Wirklichkeit
Vor Jahren habe ich mich in den USA mit einem älteren Mann über die DDR unterhalten. Er meinte, das wir damals ja alle gehungert hätten. Ich entgegnete, das Grundnahrungsmittel vorhanden waren, gehungert hätten wir nicht. Aber er hätte doch all die Hungernden im TV gesehen, das muss so gewesen sein. Das ich live dabei war, überzeugte ihn nicht.
Daran dachte ich heute, als ich mit einer Nachbarin über die anstehende Räumung hier im Friedrichshain sprach. Sie war der Meinung, das ja ganz sicher was passieren müsste, weil schon TV-Teams da wären.
28.01.2011
Protokollantin
Mein Freund und ich würden sofort, wenn wir könnten, eine Protokollantin engagieren. Jemand der permanent alles, wirklich alles, notiert, was gesagt wird. In Momenten, wie: Das hab ich Dir doch gesagt! oder Das hast Du mir nie erzählt! oder Warum weiß das denn jeder außer mir! oder auch häufig gehört: So hast Du mir das aber nicht erklärt! zückte sie ihr kleines ledergebundes Büchlein und würde mit ihrer zarten Stimme, die man aufgrund ihrer Leibesfülle nicht vermuten würde - er soll sich schon noch 100% auf mich konzentrieren können - die konkrete Situation vorlesen und alle Missverständnisse wären beseitigt. Aber dazu wird es nicht kommen.
Vielmehr folge ich dem Konstruktivismus und sehe ein, das man die Außenwelt nur gemäß der jeweiligen biologischen, kognitiven und soziokulturellen Voraussetzungen verstehen kann. Und die sind bei uns scheinbar nicht identisch. Dadurch ist meine Wirklichkeit eine völlig andere als die vom Helden.
27.01.2011
Donnerstag
[23:44:47] Frau Z: gorck fock war schriftsteller
[23:45:02] Held: ah ja
[23:45:11] Frau Z: war mir neu
[23:45:21] Held: hm
[23:45:33] Frau Z: dir auch
[23:46:01] Held: wer ist gorck fock?
[23:46:26] Frau Z: name des segelschiffes, was jetzt in aller munde ist
[23:47:26] Held: ach du meinst
[23:47:32] Held: GORCH FOCK
[23:47:41] Frau Z: kümelkacker
[23:47:51] Held: KRÜMEL!!!!!!
[23:48:00] Held: krümelkacker!!!
[23:48:04] Frau Z: lach
[23:48:08] Frau Z: kümmelkacker
[23:45:02] Held: ah ja
[23:45:11] Frau Z: war mir neu
[23:45:21] Held: hm
[23:45:33] Frau Z: dir auch
[23:46:01] Held: wer ist gorck fock?
[23:46:26] Frau Z: name des segelschiffes, was jetzt in aller munde ist
[23:47:26] Held: ach du meinst
[23:47:32] Held: GORCH FOCK
[23:47:41] Frau Z: kümelkacker
[23:47:51] Held: KRÜMEL!!!!!!
[23:48:00] Held: krümelkacker!!!
[23:48:04] Frau Z: lach
[23:48:08] Frau Z: kümmelkacker
23.01.2011
Sonntag
Und da ist es wieder das Problem mit der Motivation, der Konzentration und dem Internet.
Ein Teufelskreis!
Ein Teufelskreis!
21.01.2011
18.01.2011
Was wollte ich hier?
Das klappt bei mir irgendwie nicht. Meine Konzentration reicht vom Essenstisch mit dem benutzten Geschirr bis zur Anrichte, wo ich etwas liegen sehen, das nehme, in den Kühlschrank räume und mich dann frage, was ich eigentlich machen wollte. Wenn ich den Tisch sehe, fällt es mir manchmal wieder ein.
Ist es das Alter oder mein mangelndes Interesse am Tisch abräumen? Nicht das es bei anderen Tätigkeiten anders wäre. Ich sitz am Schreibtisch, brauch die Schere, die ist in der Küche und da nach 20 Sekunden angekommen, frag ich mich, was ich da will.
Konzentration erfordert geistige Anstrengung. Ich bin sicherlich nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen. Aber Schere holen ist auch keine komplexe Aufgabenstellung. Die würde ich gern bündig in einem Vorgang abschließen. Ohne nochmal an den Schreibtisch zurück zukehren, denn am Ausgangsort fällt mir alles wieder ein. Im zweiten Anlauf klappt vieles. Vielleicht braucht mein Gehirn eine Warmlaufphase. So wie beim Diesel das Vorglühen und dann erst kann ich mich konzentrieren.
Aber Wiki schreibt auch, dass die Konzentration mit der Zeit nachlässt.
Hab ich mich Lebenszeittechnisch einfach schon zu viel konzentriert. Dann sicher nicht auf die allgemein gültigen wichtigen Dinge des Lebens. Selten stand in meinem Zeugnis: Frau Z ist eine sehr konzentrierte Schülerin. Häufiger stand, dass ich es noch lernen muss mich auf die wesentliche Dinge zu konzentrieren. Das könnte ein Hinweis sein, das ich mich zu häufig auf unwesentliches konzentriert habe und nun ist die ganze Konzentration weg. Wenn ich wenigstens wüsste, worauf ich mich konzentrierte.
Sind jene Menschen Wissendende die sagen: Darauf kann/ will ich mich nicht konzentrieren? Haben die Kenntnisse von der Erschöpfbarkeit der Konzentration?
Und dann die andere Sache mit dem Erinnern.
Einmal gelesen und gemerkt, dass der Schmelzpunkt von Eisen bei 1538 Grad Celsius liegt und das jährlich über 100 Menschen von einer Kokosnuss erschlagen werden. Das sind alles Informationen, die ich niemals brauche. Das mit der Kokosnuss kann man im Small Talk manchmal noch nutzen, aber den Schmelzpunkt von Eisen. So nutzlos, dass es nicht mal unter unnützem Wissen in der Neon erscheinen wird. Aber wenn ich ohne Einkaufszettel im Supermarkt auflaufe, bin ich verloren, weil die Mittel meines Lebens, die ich erwerben will, kann ich mir nicht merken.
Das alles lässt mich fragen, ob meine Synapsen ein kleines, lustiges Völkchen ist, das sich kichernd und glucksend schon den nächsten Scherz für mich ausdenkt.
08.01.2011
07.01.2011
Glatt
Warum ist Splitt so sparsam gestreut, als wäre es eine bald versiegende Ressource?
Jut, wenn der Schnee weg ist, dann ist das selbst eine gute Rutschquelle, sieht nicht schön aus und verstopft die Abwasserkanäle. Aber wenn ich nur vereinzelt, in Abständen die in Metern messbar sind, auf Glatteis von Splittkörnchen zu Splittkörnchen hüpfen soll, steigert sich die Unfallgefahr. Denn die Chance, dass ich meinen Metersprung zu kurz setze und strauchel ist enorm hoch.
Und konsequentes Rutschen geht auch nicht. Da bremst mich das einsame arbeitswillige Körnchen wieder aus und sorgt für meinen unbequemen Fall.
Ein Teufelskreis.
06.01.2011
Äpfel & Birnen
Das Beutekind wird gefragt, was in der Schule lief. Mathematik. Aha und was habt ihr da gemacht. Ungläubiges Fragen, ob wir nicht wüssten was Mathematik ist. Doch, doch. Aber wie sie denn gerechnet hätten, da gibt es ja viele Möglichkeiten, mit Birnen oder mit Äpfeln.
Vernichtender Blick: "Wir rechnen natürlich mit Zahlen."
Vernichtender Blick: "Wir rechnen natürlich mit Zahlen."
04.01.2011
Licht im Dunkeln
Wie im Kühlschrank ist auch in der Lautsprecherbox Licht, wenn man sie öffnet und auseinander nimmt.
Als ich die Lampe gesehen habe, war mein erster Gedanke, machen die Membrane sich Licht an beim Arbeiten? Kann man elektrische Energie nur in Schall umwandeln, wenn man, so als Membran, beleuchtet ist? Oder fürchten sich Membrane im Dunkeln?
Ja, jetzt weiß ich auch, das die Lampen vor Überlastung schützen. Wie weiß ich nicht. Wahrscheinlich leuchtet das Lämpchen dann heller, die Membran ist geblendet von all der Helligkeit in der Dunkelheit, dadurch abgelenkt und kann nicht mehr arbeiten, weil Multitasking kann ja keiner, auch eine Membran nicht.
02.01.2011
Verlassen
Ein Wort, zwei gegensätzliche Bedeutungen.
Zum einen verlassen sich andere auf einen, dann ist man verlässlich, zum anderen kann man andere verlassen.
Zum einen verlassen sich andere auf einen, dann ist man verlässlich, zum anderen kann man andere verlassen.
27.12.2010
Abonnieren
Posts (Atom)


