22.03.2010

Montag, 15 Grad plus und Sonne

Mein Bruder hat kleine Kinder. Die sind häufig, eigentlich immer dreckig. Daher müssen die Kinder und die Kleidung gewaschen werden. Die Kinder kommen in die Wanne und die Kleidung nach der Wäsche auf einen der Wäscheständer. Und seitdem er Kinder hat, lebt er in ständiger Gemeinschaft mit Wäscheständern. Erst hatten sie zwei, die waren immer voll. Dann drei, die waren auch immer voll. Der vierte war mal so voll, das er zusammenbrach und zur Unterstützung gab es einen fünften und der ist auch immer voll. Die Wohnung ist immer voller Wäscheständer. Bekommt man Bilder von den Kindern, wie sie im Wohnzimmer spielen, dann ist in einer Ecke immer ein Wäscheständer.

15.03.2010

Montag

Folgende Sätze würde ich gern mal wieder hören:
"Puh, ist das warm."
"Wollen wir draußen essen?"
"Ich hab meine Sonnenbrille vergessen."
"Brauchst keine Jacke anziehen, es ist warm draußen."
...

Sonntag

Warum gibt es in Hotels immer Seife, Duschbad, Shampoo und Bodylotion aber nie Zahnpasta? Wenn die davon ausgehen, dass sich der Gast täglich duscht, warum rechnen die dann nicht damit, dass er sich auch täglich die Zähne putzt? Und warum gibt es auch immer Duschhauben?

13.03.2010

Freitag

Gefühlt Punkt 8:50 Uhr, also zur Abfahrtzeit des Zuges, stehe ich vor der Dame die mir ein Ticket für die Fahrt nach Köln verkaufen soll. Auf die Frage nach meiner Bahncard lege ich diese routiniert und souverän vor. Mit einem durchdringender Blick fährt sie mich an:"Die ist abgelaufen. Am 1.3. ist die abgelaufen. So können sie nicht fahren, denn die ist abgelaufen." Danach endlose Stille. Ich überlegte was jetzt die angemessene Reaktion wäre. Nie wieder Bahn fahren, nach Hause gehen und dort über all meine Versäumnisse nachdenken? Der panische Ton und das Verhalten der Dame deuteten an, dass der Weltuntergang aufgrund meiner abgelaufenen Bahncard jetzt, unmittelbar, also sofort eintreten würde.
Aber da sich der Boden nicht öffnete und mich verschlang, beharrte ich trotzig auf den Verkauf des Tickets und fuhr ohne gültige BahnCard nach Köln, natürlich zum vollen Preis.
Später im Zug nach Köln, DEM Ersatzzug des InterCity ... - wie uns die Durchsage immer wieder mitteilte - fiel mir ein, dass die DB mir Briefe geschickt hatte, die ich später öffnen wollte. Später wäre wohl besser letzte Woche gewesen. Denn sie hatten mir netterweise schon wieder eine zugeschickt, daher wohl auch der fehlende Weltuntergang.

11.02.2010

Donnerstag

Mutter H: "Was machst Du am Abend?"
Frau H: "Ich geh ins Kino und schau mir Valentine`s Day an."
Mutter H laut kichernd: "Mit wem denn?"
Frau H: "Mit Britta."
Mutter H immernoch kichernd: "Ach, hat die auch keinen Freund."

07.02.2010

Sonntag

Männer = Anzug
Frauen = Kostüm
Männer ziehen sich an und Frauen kostümieren sich?

04.02.2010

Donnerstag

In der Vorlesung Sprache & Kognition wurden Studien vorgestellt, die belegen, dass Metaphern in Werbung dazu führen, dass sich Werbung besser einprägt.
Die Professorin wollte ein Beispiel nennen - ihr fiel keins ein.

29.01.2010

Samstag

Während einer Wortmeldung eines Studentens im Seminar.
Frau S: "Warum macht der das?"
Frau Z: "Was?"
Frau S: "Sprechen!"

Freitag

Eine Freundin äußert ihr Unverständnis, dass ich noch nie demonstrieren war. Es gäbe doch immer was, Rechte, Atom, Studenten, Umwelt dafür, dagegen usw., politisches Engagement wäre wichtig und gerade in Berlin, gäbe es doch soviele Möglichkeiten. Meine Bedenken gegen die Menschenmassen werden auch zerstreut, das würde sich verlaufen.
Da meldet sich Frau H. aus dem Hintergrund und fragt, ob der alljährlicher Märchenumzug in ihrer erzgebirgischen Heimatstadt als Teilnahme an einer Demo zählen würde.

21.01.2010

Donnerstag

Hundebesitzer sind anders als die anderen. Entweder sind die Herrchen nicht gesprächsfähiger als: "Wie alt ist Deiner?" und "Ist der reinrassig?" oder sie belehren einen über Erziehung, Auslauf, Haltung oder gerne auch Futter. Außer Herr S. mit ihm und seinem Hund lauf ich gerne durch die Berliner oder Brandenburger Pampa. Sein Hund ist der besterzogenste den ich kenne. Leider, weil daneben sieht meiner noch schlechter erzogen aus.
Dennoch wurde er letztens, von solch einem der von uns nicht gemochten anderen Hundebesitzer, gebeten sich vom Hundeplatz zu entfernen, weil sein Hund einen anderen dominieren würde. Für diese Fälle ist Herr S. jetzt durch den Druck billiger Visitenkarten gewappnet. Vertrauensvoll, und unter Verwendung von Körperkontakt, wird er sagen: "Finden Sie? Ich kann fühlen, dass das Problem bei ihrem Hund liegt. Aber das kann ich lösen, wenn Sie möchten, melden sie sich einfach bei mir" Tierkommunikation und ein bald erscheinendes Hundebuch wird das ganze abrunden.

11.01.2010

Montag

Ist der Geschmackssinn glücklich, ist es der Sehsinn, bei Betrachtung, des durch den Geschmacksinn glücklich gemachten Körpers, ganz sicher nicht.
Die Befriedigung aller Sinne ist unmöglich.

04.01.2010

Mittwoch

Januar ist wie Montag nur in größer. Alles was man vor Weihnachten in`s neue Jahr abgeschoben hat, muß jetzt gemacht werden. Und im Dunkeln vermehrt es sich und zur Zeit ist es ganz häufig dunkel.

25.12.2009

Weihnachten

24.12. morgens im Bett:
Frau Z: "Schatz, heute ist Weihnachten, heute gibt`s Geschenke!"
Das Schatz, im Halbschlaf: "Wieso gibt`s denn jetzt Getränke?"

19.12.2009

Samstag

Glückskekse, sehen simpel aus und gelingen anderen Menschen wohl auch, Fr. M und mir nicht. Bei uns waren das komisch aussehende Teigklöße mit Zetteln drin. Und nur, weil es keine anderen Lebensmittel mit Zettel drin gibt kann man drauf schließen, dass es Glückskekse sein sollen. Wie Millionen Chinesen das hinbekommen, dass ihre Glückskekse schön sind - das muss ne genetische Sache sein.
Wir hatten gute Sprüche: Faule Menschen wollen immer alles auf einmal schaffen./ Der frühe Vogel kann mich mal. / Morgen ist immer der Tag, an dem der Faule am meisten zu tun hat./ Nicht die Flügelschläge werden gezählt, sondern der Honig wird gewogen./ Du wirst die Suppe der Weisheit mit einer Gabel essen./ Fette Kinder sind schwerer zu kidnappen./ Wer selber arbeitet, verliert die Übersicht./ Wenn der Klügere immer nachgibt, wird immer gemacht was der Dumme will./ Die Scheiße wird sich ändern, aber die Fliegen bleiben gleich./ Das Leben ist wie eine Taxifahrt, auch wenn man rumsteht und wartet tickt der Taxameter./ Manche Leute hat der liebe Gott kurz vor Feierabend gemacht.

17.12.2009

Letztens gelesen an einem Briefkasten:"Keine Werbung, außer Schuhe"

09.12.2009

Dienstag

Ich nehme die nächsten 7 Tage jeweils eine Tablette. Insgesamt hat die Packung 100,-€ gekostet. Bei Einnahme werde ich mir was Hübsches anziehen, den Tisch nett eindecken, Musik einlegen und natürlich eine Kerze anzünden.

28.11.2009

Samstag

Gestern gelesen und für gut befunden: "Entscheidend ist nicht was Du machst, sondern wie Du dabei guckst!"

27.11.2009

Freitag

Karl, ist jetzt ein Jahr tot. Er war meine längste Beziehung. 19 Jahre. Ich nicht seine einzige, er hatte noch einseitige Liebschaften mit dem Sofakissen, dem Staubwedel und der Elster die immer auf der Terrasse landete. Er versuchte uns alle in seinen Käfig zu balzen. Die Balzmißerfolge nagten nicht an seinem immensen Selbstbewußtsein. Karl, auch genannt El Terroriste, war die Reninkarnation eines Diktators. Laut, bestimmend, autoritär, kämpferisch, totalitär und der Inbegriff von fordernd. Fremde Stimmen, selbst die am Telefon, wurden durch Übertönen mundtot gemacht. Fernsehen mitten in der Nacht im Wohnzimmer, wo Karls Käfig hing, duldete er nicht. Sein Duschwasser in der Spüle mußte kalt sein und der Strahl nicht zu stark. Wann er duschen wollte, bestimmte er. Sobald der Hund das Haus verließ, forderte Karl seine Flug- und Duschzeit ein. Das alles tat er mit lautem Gekreische. Wenn ich nach Hause kam, mußte ich als erstes etwas sagen, damit er wußte das ich es bin, sonst, wie immer ,Gekreische. Alles was sich seinem Käfig näherte wurde mit Hacken bekämpft. Er versuchte meine Brille zu zernagen, fraß Löcher in die Pullover, zernagte Ketten, zerstörte Buchrücken und schiß überall hin. Karl war laut, anstrengend und machte Dreck. Aber er fehlt mir immernoch, weil er das ernst meinte mit dem Balzen, den Kopf schief legte wenn ich mit ihm sprach, handzahm war und nichts mehr liebte, als wenn ich ihn am Nacken oder zwischen den Flügeln kraulte.

Freitag

Als ich vor 4 Jahren noch in der Stadt wohnte, wo ich jetzt nicht mehr wohne, war in dem Laden vor dem heute ein Schild "auch Adventskalender" stand, ein Fleischer.
Schild gesehen, gedacht: "Beim Fleischer? Womit befüllen die den wohl?" dann gemerkt, ist jetzt eine Weinhandlung.

22.11.2009

Samstag

Ich saß beim Friseur, dieses schwarzes Cape um, Haare nass nach oben gesteckt, damit sie die unteren schneiden kann, dabei soll ich nach unten schauen und alles was ich im Spiegel sah ist ein riesiges Doppel-Trippel-Kinn: meins! Genau in dem Moment, kommt ein sehr attraktiver Mann. Will, natürlich, welche Überraschung, die Haare geschnitten haben, setzte sich in denStuhl neben mich und grüßte mir im Spiegel zu. Es gibt nichts, was mich in dieser Situation irgendwie optisch aufwerten könnte. Ich versuchte es gar nicht und grüßte einfach nur zurück.
Als ich Kind war, ging meine Oma aller 14 Tage zu ihrem Friseur. Wenn ich also nach Hause kam und keiner öffnete ging ich die Straße vor und suchte dort nach meiner Oma. Von außen war nichts zu sehen, denn es waren Milchglasscheiben, die die Kunden von der Außenwelt abschirmten. Wurde die verglaste Ladentür mit dem goldenen gebogenen Griff aufgedrückt, war man beim Herrenfriseur. Wo ein kleiner, dicker Friseur mit Halbglatze im weißen Kittel in diesem holzvertäfelten Raum auf seine Kunden wartet. Vor jedem der 4 Plätze stand genau ein Spiegel. Die Stühle waren aus Holz, mit grünem kalten Leder bezogen, höhenverstellbar und drehbar, was ich aus der Ferne bewunderte. Hinten an den Stühlen hing jeweils ein Lederriemen vielleicht zum abziehen vom Rasiermesser, ich weiß es nicht. Der Raum hätte sich auch in jedem italienischem Mafiafilm gut gemacht. Es roch überall frisch nach Shampoo und Haarspray, trotzdem sah man keine Frau, nirgends. Dafür müsste man nach rechts zum Empfang gehen, wo eine Dame zwischen Registrierkasse, Kundenbuch und Haarwaschbecken stand. Und wenn ich nach meiner Oma fragte, sagte sie dann: "Frau Mauch ist in Kabine Nummer 2." Denn hinter ihr war ein langer Gang zu sehen, von dem rechts und links Kabinen abgingen, die mit einem Vorhang verschlossen waren. Dahinter wurden meiner Oma, völlig ungesehen, die Haare ondoliert.
Kein Mann hat meine Oma mit nassen hochgesteckten Haaren, unvorteilhaften Cape und Doppelkinn gesehen.