31.10.2009

Samstag

Frau Z zum großen Bruder: "Kannst Du meine Hausarbeit Korrektur lesen?
Herr Z: "Ich hab echt keine Zeit dieses Wochenende."
Frau Z: "Du interessierst Dich nicht für mein Studium."
Herr Z: "Wo lernt man eigentlich dieses lebensbejahendes think negativ?"
Frau Z: "Das weiß ich nicht. Mein Freund fragt nur regelmäßig, ob in meinem Kurs "Probleme schaffen, leicht gemacht" noch Plätze frei wären."
Herr Z: "Ehrlich, meine Frau könnte unterrichten: Gelöste Probleme nochmals schaffen."
Frau Z: "Das ist ein wesentlich komplexerer Unterrichtsstoff."

07.10.2009

Mittwoch

Wer hat veranlaßt, dass jetzt auf den Dominosteinen vorne auf der Packung - auch noch vorne, ich kanns gar nicht, nicht lesen - die Kalorienmenge angegeben ist? 2 Stück = 96 Kalorien! Das will ich gar nicht wissen. Da sind 20 Stück drin, das sind dann gleich mal 960 kcal. Ich vermute mal, das ist wahnsinnig viel. Früher hab ich unbeschwert die Dinger in mich reingestopft bis mir schlecht war. Vorbei! Jetzt les ich das, rechne, grübel und hab kein Spaß mehr am Essen. Die da oben vermiesen einem alles.
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06.10.2009

Dienstag

Ich will etwas kaufen. Ich bin willig Geld auszugeben. Aber die Auswahl, treibt mich in die Tatenlosigkeit. Könnte es nicht einfach nur ein Produkt geben? Ein einziges und ich könnte es kaufen, oder es lassen? Oder jemand anderes macht die Investition und ich muß es dann nutzen. Konkurrenz belebt den Markt! Von wegen, es vertreibt mich von diesem.

Montag

Sie schmollt aus nichtigem Grund.
Er: "Betest Du wieder deinen Gott der Bockigkeit an?"
Sie: "Ich bin nicht bockig."
Er: "Nee, natürlich nicht, ist ja auch ne geheime Religionsgemeinschaft."

03.10.2009

Samstag

Facebook sorgt dafür, dass ich nicht mehr außer Haus muss. Wenn was in Berlin passiert, geht irgendeiner meiner Kontakte hin und stellt die Fotos ein. Selbsterleben, eigene Meinung bilden, wozu?

01.10.2009

Donnerstag


Donnerstag

Nur geklaut, aber trotzdem schön: Nichts schmeckt so gut, wie sich Dünnsein anfühlt.

15.08.2009

Mittwoch

Ein Zwangsvollstreckungstermin am Amtsgericht Neuruppin. Ein altes ehrwürdiges Gebäude, mitten in der Stadt, hinter dem Marktplatz und neben dem Busbahnhof. Und davor liegt gut sichtbar eine tote, abgefressene Ratte. Die nicht so aussieht, als hätte sie der Tod erst vor kurzem überrascht.
Das verwinkelte Amtsgericht kann man nur nach positiver Prüfung des Pförtner betreten werden. Zwei Treppen hoch befindet sich der Saal für die Zwangsvollstreckung.
Ein Pärchen davor, dem man die Aufregung ansieht. Ein Gespräch entsteht, doch nur mit ihm. Was er sagt ist nur erahnbar, da er den Mund beim Sprechen nicht öffnet. Er will zurück steigern, denn das Haus, ist ja seine Hände Arbeit.
Die Sache wird von einer winzigen, quirligen Rechtspflegerin aufgerufen. Es öffnet sich ein kleiner Saal, der nur 4 Zuschauerreihen umfasst und von einer, in diesem Raum monströs wirkenden, Sicherheitschleuse dominiert wird. Es nehmen noch zwei Frauen Platz, die sich Haarfarbe und Fingerstylisten teilen. Die Ältere ist die Exfrau des Alteigentümers. Die neue und die alte Lebensgefährtin teilen keine sichtbaren Gemeinsamkeiten. Die alte, braungebrannte, schwarzgefärbte, eine die in jeder Talkshow vorkommen könnte. Die Neue, bodenständig und langweilig. Beide auf ihre Art typisch Ost. Die Antipathie der Personen ist greifbar. Alle vier schauen auf die Rechtspflegerin oder auf den Gläubigervertreter, aber kein Blickkontakt untereinander.
30 Minuten Bietzeit in denen nichts passiert, außer dass der Alteigentümer sein Gebot abgibt. Jedes Kratzen der Schuhe, jede Bewegung des Stiftes, alles wird wahrgenommen, denn es gibt keinerlei weitere Geräusche. Nichts, kein Gespräch, keine Straßengeräusche, nichts. 30 Minuten lang - endlos.
Die Zeit ist um und die Anspannung des Meist- und Alleinbietenden wandelt sich mit dem Zuschlag in ein selbstgefällige Grinsen.

04.08.2009

Dienstag

Wenn ein Bettler schläft beim betteln, dann schläft er bei der Arbeit. Da kann man nichts geben. Das geht doch nicht, bei der Arbeit schlafen. Und wenn man was gibt, ist er der einzige der sein Geld im Schlaf verdient.

03.08.2009

Montag

Würde Spiegel online und all die anderen nur einmal am Tag Content reinstellen, die Menschheit wäre konzentrierter. Jeden Tag 9 Uhr und es gäbe die Gewißheit nichts zu verpassen. Denn egal was passiert, ob Bobbele schwanger ist, oder Ulla`Auto weg, es stände erst am nächsten Tag um 9 Ihr drin und keiner würde es eher wissen.

27.07.2009

Montag

Facebook ist eine sinnlose Zeitfressmaschine auf der eigentlich nichts passiert, was eine Rechtfertigung darstellt 3 mal am Tag eingeloggt zu sein. Denn Statusmeldungen wie:
" ... ahhhhhhhhhhh fuck off!"
" ... Welche Berliner U-Bahn bist Du? Die U2"
"... 31 Temmuz Cuma Düğün.. Geri Sayım Başladı sanırsam :)"
"... wartet noch auf Unwetter."
führen zu gedachten Antworten wie: Wen interessierts oder get a real life?
Facebook ist der virtuelle Kühlschrank. Früher bin ich bei Lustlosigkeit und Konzentrationsschwäche in regelmäßigen Abständen zum Kühlschrank gepilgert, um zu überprüfen, was sich da so getan hat. Hat sich nie was geregt, stand alles noch genauso da wie zwei Stunden vorher. Auf Facebook regt sich auch selten was und ich schau trotzdem wieder rein.

Montag

Folgendes Gespräch führten mein Vater und seine Cousine,gegen 12 Uhr nachts, zum 60ten Geburtstag eines lieben Verwandten, bei moderater Musiklautstärke, sehr viele waren schon aufgebrochen und es wurde wenig getanzt:
Cousine: "Naja, das ist nicht mehr zu vergleichen mit der Feier zum 40ten oder dem 50ten Geburtstag."
Vater Z: "Wie bitte?"
Cousine (etwas lauter): "Das ist nicht mehr zu vergleichen mit der Feier zum 40ten oder dem 50ten Geburtstag."
Vater Z: "Wie bitte?"
Cousine (sehr laut): "Das ist nicht mehr zu vergleichen, mit der Feier zum 40ten oder dem 50ten Geburtstag."
Frau Z: "Ja, damals hörten die Gäste auch besser."

21.07.2009

Dienstag

Ein Freibad mit einem graumelierten, schlanken Bademeister, der aussieht als wäre er gerade aus seinem Maßanzug entstiegen und wöllte nur ein paar Bahnen schwimmen. Er thront braungebrannt auf seinem Stuhl über allen und verkündet mit einem kurzen Pfeifen und seinem Zeigefinger den Missetäter, und somit das Fehlverhalten. Dabei bewegt sich nur der eine Finger, um auf den Seitenbomber, Schuhträger, ... zu zeigen und ranzuwinken an seinen Stuhl. Der übrige Arm ruht weiter lässig auf der Lehne. Wohin er schaut, was er beobachtet, welcher Frau er hinterher schaut - nur die Richtung, Details vertuscht die Sonnenbrille.
Punkt 18:30 nimmt er sein Plastikbeutelchen, seinen Rettungsring und die Kaffeetasse und geht, um am nächsten Tag wieder Hof zu halten.

20.07.2009

Montag

Es ist Juli und wir waren in einer Therme, weil das Wetter nicht Seetauglich war. Ich war im Juli in einer Sauna! Und anschließen wurde zwar draußen gegrillt, aber drinnen gegessen wegen des alltäglichen Weltuntergangs in Form von Regen.
Kann man Bezüge zwischen der Weltwirtschaftskrise, dem vielen Regen und der Geschichte um die Arche Noah bilden?

19.07.2009

Sonntag

Der Typ an der Kasse hatte 6 Schachteln Karo, Vanillemilch und Fischstäbchen die er mit Karte zahlen wollte und die ging nicht mehr. Das war am 14. des Monats. Entweder, er ist Freiberufler und keiner zahlt die Rechungen oder er ist ´ne arme Sau.

17.07.2009

Freitag

In F`hain hat jeder einen freilaufenden Hund, eine Tätowierung und keine geregelte Arbeit. Die Parks quellen nach einer lauen Sommernacht über vor Grillmüll und irgendwo dazwischen pennt immer einer, trommelt oder trinkt ein Bier. Der türkische Bäcker hat immer offen und im besetzten Haus daneben ist Lesben/ Transsexuellen Abend mit veganischer Verpflegung oder irgendwas anderes und dagegen sein, ist immer.
Und nur 5 Fußminuten weg, in Lichtenberg, führen dauergewellte ältere Damen ihre Cockerspaniel an der Leine in einem ausgesprochen gepflegten Park spazieren und füttern Enten. Und die Gardinen an den Fenster lassen vermuten, dass da ganz normal Vati, Mutti verhaut, wenn er aus der Eckkneipe kommt und Hertha nicht gespielt hat, wie gewollt.

05.06.2009

Freitag

Auch der Drogerist ist verloren gegangen, jetzt heißt es nur noch, die Schleckerfrau.

02.06.2009

Dienstag

Brotschneidemaschinen, wo seid ihr hin? Früher in jeder Küche und jetzt?

08.05.2009

Samstag

In 10 Jahren hab ich mit 5 Waschmaschinen mein Leben geteilt und ihnen viel Zeit gewidmet. Ich hab alles gehabt, Waschautomat, Top-oder Frontlader, Marken- als auch No-Name-Geräte.
Zur ersten kam ich, weil mein Vater es leid war, dass ich immer zu hause wusch. Er kaufte eine neue und schenkte mir die alte. Die ging auch eine Weile ganz alleine und entwickelte sich aber zum Sensibelchen. Waschen und Spülen lief prima, danach schrie sie nach Zuspruch und Unterstützung. Das Wasser musste manuell abgelassen werden. Dieser zeitaufwändige Steuerungfehler war nur der Anfang eines langsamen, qualvollen Todeskampfes, den sie verlor. Auf diese, folgte die Maschine meiner Oma. Ein zuverlässiges, solides Modell und sie starb nach fast 13 Jahren den natürlich Tod der Altersschwäche.
Über diesen Tod informierte ich meinen Bruder. Er meinte, dass er doch noch eine im Keller stehen hat, die könnte ich haben. Geht die? Klar die geht! Transport von 700 km organisiert und auch den Transport in den 4 Stock. Sie ging nicht!
Verzweifelt aufgegeben und lange ohne Waschmaschine gelebt.
Zum Geburtstag gab es eine Waschmaschine von Freunden. Eine Zicke. Die lief von Anfang an immer ein wenig aus, mal mehr, mal weniger, zickte halt rum. Wechselte ich das Programm zickte sie wieder weniger. Waschen hieß, alles hochstellen und danach das Bad wischen. Nach einem 40 Liter Auslauf beschloss ich, dass sie sterben wird.
Die Waschmaschine, die derzeit mein Leben mit mir teilt, ist unkompliziert, macht was ich einstelle, läuft nicht aus und will auch keine manuelle Unterstützung. So mag ich`s.